Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 08:09 Uhr:
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Denkmalschutz: Förderung für Sicherungsarbeiten an Porzellan-Epitaphen der Nikolaikirche Meißen

» Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert die Sicherung und Restaurierung eines beschädigten Porzellan-Epitaphs in der Nikolaikirche Meißen mit 30.000 Euro. Damit trägt sie zum Erhalt einer weltweit einzigartigen Gedächtnisstätte aus Meißner Porzellan bei, die zu den herausragenden Kunstschätzen der Stadt zählt.
Im Rahmen eines Pressetermins am 21. August 2026 überreichte Dr. Reinhard Plüschke, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Meißen, symbolisch einen Fördervertrag über 30.000 Euro an Pfarrer Christoph Rechenberg. Die Unterstützung kommt der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Afra Meißen zugute und wurde durch zweckgebundene Spenden sowie Mittel aus dem Fonds Ausstattung für Sakrale Bauten ermöglicht.
Die Förderung dient der konservatorischen Sicherung eines geschädigten Epitaphs der bedeutenden Porzellanausstattung in der Nikolaikirche. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die statische Sicherung und die fachgerechte Restaurierung. Zerbrochene Porzellanteile sollen ergänzt und kleinere Schäden behoben werden. Da die historischen Modelle und Formen der ursprünglichen Porzellane nicht mehr existieren, müssen fehlende Elemente eigens neu angefertigt werden. Ursache der Schäden sind vor allem verrostete Anker, die zu Abplatzungen an den Porzellanteilen sowie zu Rissbildungen im Mauerwerk geführt haben.
Die Nikolaikirche gilt als vermutlich älteste Kirche Meißens. Sie entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und diente ursprünglich reisenden Kaufleuten sowie den an der Triebisch ansässigen Fischerfamilien als Gotteshaus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1220, als das Benediktinerinnenkloster Heilig Kreuz die Patronatsrechte übernahm. Bis heute zeugen romanische Bauteile und Reste bedeutender mittelalterlicher Wandmalereien von ihrer langen Geschichte.
Eine besondere Bedeutung erhielt die Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts. Da sie kaum noch für Gottesdienste genutzt wurde, entstand im Vorfeld der 1000-Jahr-Feier der Stadt Meißen im Jahr 1929 der Plan, das Gebäude als Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs einzurichten. Maßgeblich vorangetrieben wurde das Projekt vom damaligen Generaldirektor der Meissener Porzellan-Manufaktur, Max Adolf Pfeiffer. Für die künstlerische Gestaltung gewann er Emil Paul Börner, den damaligen künstlerischen Leiter der Manufaktur. Finanziert wurde die Umsetzung durch eine Lotterie sowie durch Spenden von Bürgern und Handwerkern der Stadt.
Im Inneren entstand daraufhin eine weltweit einzigartige Gedächtnisstätte aus Meißner Porzellan. Zu ihren bedeutendsten Kunstwerken zählen 14 großformatige Epitaphe mit den Namen von insgesamt 1.815 Gefallenen. Ergänzt werden sie durch eindrucksvolle figürliche Darstellungen trauernder Mütter und Kinder. Im Altarraum befinden sich zudem zwei 2,20 Meter hohe Frauenfiguren, die als die größten jemals aus Meißner Porzellan gefertigten Figuren gelten.
Die Nikolaikirche wird heute für kulturelle Veranstaltungen und ausgewählte Andachten genutzt. Mit der aktuellen Förderung setzt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihr Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes fort. Allein in Sachsen konnte die Stiftung dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale bislang mehr als 880 Denkmale unterstützen. «
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 17. August 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot