Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 14:20 Uhr:

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Bundesregierung: Zehn Jahre nach dem OEZ-Anschlag: Steinmeier mahnt zu Wachsamkeit gegen Rassismus und Rechtsterrorismus

Zum zehnten Jahrestag des Anschlags am Münchner Olympia-Einkaufszentrum hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der neun Todesopfer gedacht und die Verantwortung von Staat und Gesellschaft im Kampf gegen Rechtsextremismus betont. In seiner Gedenkrede erinnerte er an die Lebensgeschichten der Ermordeten und warnte vor den Gefahren rassistischer Ideologien.

» Mit einer Gedenkveranstaltung in München wurde am 22. Juli 2026 an die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) erinnert. Zehn Jahre nach der Tat gedachte Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier der neun Menschen, die bei dem rassistisch motivierten Angriff ihr Leben verloren, sowie der zahlreichen Verletzten und ihrer Angehörigen.

In seiner Ansprache machte Steinmeier deutlich, dass der Anschlag nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft. Die Tat sei ein Angriff auf die Grundwerte des demokratischen Zusammenlebens gewesen und dürfe nicht als isoliertes Verbrechen betrachtet werden. Das Leid der Hinterbliebenen gehe das ganze Land an, betonte der Bundespräsident.

Steinmeier erinnerte daran, dass der Täter seine Opfer nicht persönlich kannte, sie jedoch gezielt aufgrund rassistischer Zuschreibungen auswählte. Der Anschlag habe sich gegen Menschen gerichtet, denen aus ideologischen Gründen das Recht auf Leben abgesprochen wurde. Solche Denkweisen stünden im direkten Widerspruch zu den Grundprinzipien des demokratischen Rechtsstaates.

Zugleich warnte der Bundespräsident vor jeder Form von Rassismus, Antisemitismus und menschenfeindlicher Ideologie. Die deutsche Geschichte habe gezeigt, welche verheerenden Folgen solche Weltbilder haben können. Deshalb dürfe es niemals hingenommen werden, wenn rassistische oder rechtsextreme Ideen erneut gesellschaftlichen Raum gewinnen.

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung standen die neun Opfer des Anschlags: Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine Sulaj, Selçuk Kılıç und Sevda Dağ. Steinmeier betonte, dass hinter jedem dieser Namen eine einzigartige Lebensgeschichte, persönliche Hoffnungen und Zukunftspläne stünden, die durch die Tat gewaltsam beendet wurden.

Der Bundespräsident verwies auf das Erinnerungsbuch „Tell Their Stories“, in dem Angehörige und Freunde das Leben der Ermordeten dokumentiert haben. Solche Erinnerungen seien von besonderer Bedeutung, weil sie die Opfer als Menschen sichtbar machten und verhinderten, dass ihre Geschichten in Vergessenheit geraten.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Steinmeier der Einordnung des Anschlags als rechtsterroristisches Verbrechen. Es habe lange gedauert, bis die Tat öffentlich und offiziell eindeutig als rechtsterroristisch anerkannt worden sei. Diese Anerkennung sei jedoch wichtig gewesen, insbesondere für die Hinterbliebenen.

Mit Blick auf weitere rechtsextrem motivierte Gewalttaten in Deutschland, darunter die Anschläge von Halle und Hanau sowie die Mordserie des NSU, forderte der Bundespräsident einen entschlossenen Umgang mit rassistischen und menschenfeindlichen Tendenzen. Volksverhetzende Äußerungen, Hasspropaganda und rechtsextreme Symbole müssten konsequent bekämpft, verfolgt und sanktioniert werden.

Besorgt zeigte sich Steinmeier über die Verbreitung extremistischer Inhalte in sozialen Netzwerken und digitalen Kommunikationsräumen. Menschenfeindliche Einstellungen würden dort häufig früh geprägt und dürften nicht als harmlose Provokationen oder jugendliche Grenzüberschreitungen verharmlost werden.

Darüber hinaus betonte der Bundespräsident die Bedeutung einer offenen Einwanderungsgesellschaft. Deutschland sei längst ein Land, dessen Geschichte von Migration geprägt sei. Die Opfer des OEZ-Anschlags hätten ihre Zukunft in Deutschland gesehen und mit ihren Talenten, Hoffnungen und Lebensentwürfen zum gesellschaftlichen Leben beitragen wollen.

Zum Abschluss seiner Rede rief Steinmeier dazu auf, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und zugleich aktiv für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzutreten. Die beste Form des Gedenkens sei es, daran zu arbeiten, dass Deutschland eine gemeinsame Heimat für Menschen unterschiedlicher Herkunft bleibt und die Werte einer offenen Gesellschaft entschlossen verteidigt werden. «


Quelle: Rede von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier bei der Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag des Anschlags im Olympia-Einkaufszentrum am 22. Juli 2026 in München (Bulletin 75-1) / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

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