Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 20:10 Uhr:
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Denkmalschutz: Millionenförderung sichert Zukunft von Schloss Türnich

» Finanzielle Grundlage für umfassende Sanierung
Die Zukunft von Schloss Türnich erhält eine solide finanzielle Basis. Am 2. September 2026 nahm Graf Severin von Hoensbroech, Vorstand der Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich, einen Fördermittelbescheid über 26,8 Millionen Euro entgegen. Überreicht wurde er von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Eine wesentliche Voraussetzung für die öffentliche Förderung erfüllt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD): Sie stellt aus privaten Spenden drei Millionen Euro für den notwendigen Eigenmittelbeitrag zur Verfügung. Annette Liebeskind, Leiterin der Abteilung Denkmalförderung der DSD, überreichte dazu einen symbolischen Fördervertrag.
Die Mittel kommen dem Projekt „Zukunftsentwicklung Schloss Türnich“, kurz ZEST, zugute. Vorgesehen sind unter anderem die vollständige Sanierung und Ausstattung des Herrenhauses und der Schlosskapelle. Hinzu kommen die Sicherung der Hauptzufahrtsbrücke, die Neugestaltung des Schlossvorplatzes sowie die Instandsetzung von Wegen und Ausstattung im Schlosspark. Wesentliche Arbeiten an dem Denkmalensemble sollen damit bis Ende 2029 gesichert sein.
Langjähriges Engagement für das Denkmal
Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt sich mit der Millionenförderung ein langjähriges Engagement fort. Seit 2002 begleitet sie zwei Generationen von Eigentümern fördernd und beratend. Zeitweise war sie zudem Treuhänderin einer Stiftung für die Schlosskapelle. Möglich wurde diese Unterstützung durch private Spenden und Zuwendungen.
Schloss Türnich zählt zu den bedeutenden historischen Anlagen im Rheinland. Das zweigeschossige barocke Wasserschloss mit seinem vorgelagerten Wirtschaftshof entstand zwischen 1757 und 1766. Zum Ensemble gehören außerdem ein Französischer und ein Englischer Garten sowie eine im 19. Jahrhundert nach Plänen des Kölner Regierungsbaumeisters Heinrich Krings errichtete Kapelle.
Die weitgehend erhaltene Originalsubstanz macht die Anlage zu einem charakteristischen Beispiel eines barocken rheinischen Adelssitzes und zu einem Denkmalensemble von nationalem Rang.
Vom historischen Adelssitz zum Zukunftsort
Dabei soll es nicht allein um die Bewahrung historischer Bausubstanz gehen. Mittel- und langfristig ist vorgesehen, Schloss Türnich zu einem überregionalen Ort für kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Austausch zu entwickeln.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Landwirtschaft. Der Masterplan für das Zukunftsensemble nimmt die Entwicklung nach den Prinzipien der Permakultur zum Ausgangspunkt. Bereits heute wird auf Schloss Türnich Demeter-zertifizierte Landwirtschaft betrieben. Denkmalschutz, Natur, nachhaltige Landwirtschaft und gesellschaftlicher Austausch sollen auf diese Weise miteinander verbunden werden.
Barocke Architektur mit kostbarer Ausstattung
Auch architektonisch besitzt Schloss Türnich eine außergewöhnliche Qualität. Das Herrenhaus ist als verputzter Backsteinbau auf einem hohen Sockel aus rotem Sandstein angelegt. Sandsteinlisenen gliedern die Fassade, während hohe Stichbogenfenster symmetrisch angeordnet sind.
Das Vestibül an der Eingangsseite und der rückwärtige Gartensaal liegen jeweils in einem dreigeschossigen Mittelrisalit. Mansarddächer bestimmen das Erscheinungsbild des Hauptbaus. Die Entwürfe für das Schloss mit seinen Salons und Kabinetten werden dem französischen Baumeister Michael Leveilly zugeschrieben. Kurfürstenzimmer, Bibliothek und Speisesaal gehören zur historischen Ausstattung.
Eine weitere prägende Gestaltungsphase begann 1850: Graf Karl Eugen von Hoensbroech ließ das Schloss mit aufwendig geschnitzten Boiserien und Stuckaturen im Stil des Zweiten Rokokos ausschmücken.
Besonders bemerkenswert ist auch die um 1890 an der Nordostecke des Herrenhauses angefügte Kapelle. Sie ist der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht. Ihr Innenraum ist reich mit Marmor und Mosaiken gestaltet. Porphyr- und Onyxsäulen, Alabasterengel, Bleikristallkugeln und Wandgemälde im Spätnazarenerstil gehören zu ihrer Ausstattung.
Zum Gesamtbild trägt außerdem der symmetrisch angelegte Wirtschaftshof bei. Er umfasst zwei eingeschossige Trakte sowie das zweigeschossige Renteigebäude. Das mächtige Torhaus wurde 1896 ebenfalls nach Plänen von Heinrich Krings errichtet.
Mit der Kombination aus öffentlicher Millionenförderung und privatem Spendenengagement ist nun die Grundlage geschaffen, wesentliche Bestandteile dieses historischen Ensembles zu sichern. Zugleich eröffnet die Zukunftsentwicklung die Chance, Schloss Türnich nicht nur als bedeutendes Baudenkmal zu bewahren, sondern dauerhaft als lebendigen Ort für Kultur, Natur und gesellschaftlichen Austausch weiterzuentwickeln. «
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 2. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)