Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 08:28 Uhr:
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Denkmalschutz: Erste DSD-Förderung für den jüdischen Friedhof in Beverungen
» Der jüdische Friedhof in Beverungen erhält erstmals eine Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Mit 5.000 Euro unterstützt die Stiftung die Untersuchung der historischen Grabsteine und die Ermittlung des künftigen Restaurierungsbedarfs auf einer der bedeutendsten jüdischen Begräbnisstätten im ehemaligen Hochstift Paderborn.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat dem jüdischen Friedhof in Beverungen erstmals Fördermittel zur Verfügung gestellt. Dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale werden die Zustandsprüfung der Grabsteine und die Erfassung des allgemeinen Restaurierungsbedarfs mit 5.000 Euro unterstützt. Die Untersuchungen bilden eine wichtige Grundlage für den langfristigen Erhalt der denkmalgeschützten Anlage.
Mit knapp 200 Grabstellen zählt der jüdische Friedhof zu den größten erhaltenen Begräbnisorten im Gebiet des ehemaligen Hochstifts Paderborn. Die Geschichte der Anlage reicht bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Die Eröffnung des Friedhofs erfolgte vermutlich im Jahr 1736. Um 1866 wurde das Gelände auf seine heutige Größe erweitert. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus den 1760er Jahren. Die jüngste Bestattung fand 2002 in einem 1961 angelegten Doppelgrab eines Ehepaares statt.
Eine besondere Bedeutung erhielt der Friedhof auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft ließen die drei Überlebenden der Beverunger Synagogengemeinde die Anlage wieder instand setzen. Zudem wurde ein Gedenkstein errichtet, der von dem in Warburg tätigen Ingenieur Edmund Balsam geschaffen wurde. Balsam engagierte sich zwischen 1945 und 1953 für die Sanierung zahlreicher jüdischer Friedhöfe in der Region und die Errichtung von Erinnerungsmalen.
Die Grabmale dokumentieren zugleich die Entwicklung jüdischer Bestattungskultur über mehr als zwei Jahrhunderte. Im älteren westlichen Bereich des Friedhofs stehen die frühesten Grabsteine mit hebräischen Inschriften. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese zunehmend durch deutschsprachige Texte ergänzt. Später finden sich ausschließlich deutsche Inschriften mit Datierungen nach dem christlichen Kalender.
Im östlichen Teil der Anlage gruppieren sich die Grabstätten des 19. und 20. Jahrhunderts entlang mehrerer Parallelwege. Viele Grabmale bestehen aus einem Inschriftstein mit Postament und Giebelaufsatz. Hinzu kommen obeliskenartige Stelen, Familiengrabstätten sowie Doppelsteine für Ehepaare. Diese Gestaltung spiegelt den Zeitgeschmack des Historismus wider und verweist zugleich auf die zunehmende gesellschaftliche Integration der jüdischen Bevölkerung.
Mit der Förderung des jüdischen Friedhofs in Beverungen setzt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihr Engagement für den Erhalt bedeutender Kulturdenkmale fort. Allein in Nordrhein-Westfalen konnte die Stiftung dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der GlücksSpirale bereits mehr als 900 Denkmale unterstützen. «
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 18. August 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot