Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:08 Uhr:
ca. 3 Minute(n) Lesezeit
Bundesregierung: 65 Jahre Mauerbau: Erinnerung an die Opfer von Teilung und SED-Diktatur
» Am 13. August 2026 hat sich der Beginn des Baus der Berliner Mauer zum 65. Mal gejährt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nahm aus diesem Anlass an der Gedenkveranstaltung für die Opfer von Mauer und deutscher Teilung teil. Im Mittelpunkt standen die Menschen, deren Leben durch das DDR-Grenzregime geprägt, eingeschränkt oder gewaltsam beendet wurde.
Weimer bezeichnete die Berliner Mauer als das über Jahrzehnte sichtbarste Symbol für Unfreiheit und Unterdrückung in der DDR. Sie habe Familien getrennt, Lebenswege zerstört und zahlreiche Menschen das Leben gekostet. Das Gedenken gelte deshalb nicht nur den Todesopfern, sondern allen, die für ihren Wunsch nach Freiheit einen hohen Preis zahlen mussten.
Persönliche Erinnerungen rücken in den Mittelpunkt
Eine besondere Rolle spielen zum Jahrestag die individuellen Erfahrungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Gedenkveranstaltung stellt persönliche Erinnerungen an die Teilung Berlins ebenso in den Mittelpunkt wie die Biografien von Maueropfern und ihren Hinterbliebenen. Menschen, die den 13. August 1961 und die Folgen des DDR-Grenzregimes selbst erlebt haben, treten dabei mit Angehörigen jüngerer Generationen in den Dialog.
Weimer unterstrich die wachsende Bedeutung solcher Begegnungen und authentischer Erinnerungsorte. Weil immer mehr Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sterben, übernehmen Gedenkstätten eine zunehmend wichtige Aufgabe bei der Vermittlung der Geschichte. Der Kulturstaatsminister sprach sich zudem dafür aus, Widerstandskämpfer sowie die friedlichen Revolutionäre des Jahres 1989 stärker öffentlich zu würdigen.
Warnung vor Verharmlosung der DDR-Geschichte
Zugleich warnte Wolfram Weimer vor Versuchen, das politische System der DDR und dessen Unrecht zu relativieren. Das SED-Regime sei eine Diktatur ohne freie Wahlen, Presse- und Reisefreiheit gewesen. Eine verblassende Erinnerung an staatliche Repression und die Verbrechen der Diktatur berge die Gefahr wachsender Geschichtsvergessenheit, mahnte der Staatsminister.
Vom 12. bis 17. August gestalten die Kulturprojekte Berlin GmbH und die Stiftung Berliner Mauer gemeinsam mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur einen temporären Erinnerungsort am Brandenburger Tor. Dazu gehören eine Installation und eine Open-Air-Ausstellung. Ergänzt wird das Angebot durch Veranstaltungen im Berliner Stadtgebiet.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt das Projekt mit 250.000 Euro. Die Ausstellung soll die Schicksale der Betroffenen stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken und zur Auseinandersetzung mit den Folgen von Diktatur und deutscher Teilung anregen.
65 Jahre nach dem Mauerbau verbindet das Gedenken damit historische Erinnerung mit einem Bildungsauftrag für die Gegenwart. Die Erfahrungen der Betroffenen sollen bewahrt und an jüngere Generationen weitergegeben werden, damit das Wissen über staatliche Unterdrückung, Teilung und den Wert politischer Freiheit lebendig bleibt. «
Quelle: Pressemitteilung BKM-75: „65. Jahrestag des Mauerbaus – Staatsminister Weimer: Die Mauertoten mahnen uns, nichts zu verharmlosen.“, Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, 13. August 2026 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)