Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 07:43 Uhr:
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Bundesregierung: Reiche setzt auf Wachstumskurs: Wirtschaftsministerin wirbt für Investitionen, Entlastungen und Technologieoffensive
» Die deutsche Wirtschaft zeigt nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erste Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. In der Haushaltsdebatte zum Bundeshaushalt 2027 verwies sie auf das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 sowie auf mehrere nach oben korrigierte Konjunkturprognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute.
Gleichzeitig warnte die Ministerin davor, die positiven Entwicklungen als selbstverständlich anzusehen. Zwar sei die Talsohle überwunden, doch strukturelle Herausforderungen wie das geringe Potenzialwachstum und die seit Jahren schwache wirtschaftliche Dynamik bestünden weiterhin. Ziel der Bundesregierung sei daher ein dauerhaftes und robustes Wachstum statt eines kurzfristigen Aufschwungs.
Energiepolitik soll Unternehmen entlasten
Ein zentraler Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik bleibt nach den Worten Reiches die Senkung der Energiekosten. Die Bundesregierung habe die Energiepolitik neu ausgerichtet und stärke sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Zu den Maßnahmen zählen die fortgesetzte Senkung der Stromsteuer für Unternehmen, Zuschüsse zu den Netzentgelten sowie die Einführung eines Industriestrompreises. Darüber hinaus wird die Strompreiskompensation für besonders energieintensive Betriebe ausgeweitet. Insgesamt sollen Unternehmen und Verbraucher durch diese Maßnahmen um zweistellige Milliardenbeträge entlastet werden.
Parallel dazu wird der Ausbau erneuerbarer Energien fortgesetzt. Allein im Jahr 2026 sollen zwölf Gigawatt neuer steuerbarer Kraftwerksleistung ausgeschrieben werden, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Bürokratieabbau und bessere Rahmenbedingungen
Reiche hob hervor, dass die Bundesregierung bereits erhebliche Fortschritte beim Bürokratieabbau erzielt habe. Die von ihrem Ministerium initiierten Maßnahmen führten zu Entlastungen von insgesamt 8,5 Milliarden Euro.
Darüber hinaus sprach sie sich für leistungsfreundlichere Steuern und Abgaben sowie eine dauerhafte Begrenzung der Lohnnebenkosten aus. Unternehmensgründungen müssten künftig schneller und vollständig digital möglich sein. Nur so könne Deutschland im internationalen Wettbewerb dauerhaft erfolgreich bleiben.
Mehr privates Kapital für Investitionen
Ein weiterer Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik ist die Mobilisierung privater Investitionen. Nach Angaben der Ministerin stammen mehr als vier Fünftel aller Investitionen aus der Privatwirtschaft.
Mit dem geplanten Deutschlandfonds sollen durch 30 Milliarden Euro öffentliche Mittel und Garantien zusätzliche private Investitionen in Höhe von rund 130 Milliarden Euro angestoßen werden. Ergänzend kündigte Reiche einen Investitionsgipfel sowie einen Mittelstandsfonds an, der Unternehmensnachfolgen erleichtern und zusätzliche Kapitalquellen erschließen soll.
Fokus auf Schlüsseltechnologien
Besonders große Chancen sieht die Ministerin in Zukunftsbranchen wie künstlicher Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik, Biotechnologie, autonomem Fahren sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.
Deutschland verfüge über hervorragende Forschungseinrichtungen, hochqualifizierte Fachkräfte und eine starke industrielle Basis. Ziel sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Produkte und erfolgreiche Unternehmen umzusetzen. Die Förderung solle daher gezielt auf Bereiche konzentriert werden, in denen Deutschland international führend sein könne.
Versorgungssicherheit und internationale Märkte
Mit Blick auf die Energieversorgung betonte Reiche, dass Deutschland trotz geringerer Gasspeicherstände gut vorbereitet sei. Neben den Speichern spielten Pipelineimporte sowie die inzwischen ausgebaute LNG-Infrastruktur eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit.
Zugleich unterstrich die Ministerin die Bedeutung offener Märkte und internationaler Handelsbeziehungen. Neue Handelsabkommen mit Partnern wie den Mercosur-Staaten, Indien, Australien oder Chile eröffneten zusätzliche Chancen für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig müsse Deutschland kritische Technologien schützen und bestehende wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren.
Haushalt als Grundlage für Wachstum und Modernisierung
Nach Ansicht der Ministerin schafft der Wirtschaftshaushalt 2027 die Voraussetzungen für mehr Investitionen, technologische Innovationen und wirtschaftliche Dynamik. Der Staat solle dabei nicht selbst Wachstum erzeugen, sondern die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen investieren, Arbeitsplätze entstehen und Wohlstand gesichert werden kann.
Mit ihrem Leitmotiv „entlasten, entfesseln, erneuern“ skizzierte Reiche eine Wirtschaftspolitik, die auf marktwirtschaftliche Anreize, private Investitionen und technologische Innovation setzt und damit die Grundlagen für langfristiges Wachstum stärken soll. «
Quelle: Rede von Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag am 8. September 2026, Bulletin 81-5 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)