Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 18:18 Uhr:
ca. 3 Minute(n) Lesezeit
Denkmalschutz: Sanierung der Plauer Brücke macht Fortschritte

» Die Sanierung der historischen Plauer Brücke in Brandenburg an der Havel geht in eine weitere wichtige Phase. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert die Restaurierung und Montage von sechs der insgesamt 60 historischen Geländersegmente der Brücke. Ermöglicht wird die Unterstützung durch die Erträge aus Stifterdarlehen der Stiftung.
Die Plauer Brücke wurde in den Jahren 1903 und 1904 errichtet und ersetzte eine ältere Holzbrücke, die den steigenden Anforderungen des Straßen- und Schiffsverkehrs nicht mehr gewachsen war. Bis zur Fertigstellung einer neuen Straßenbrücke und der Umgehungsstraße im Jahr 2003 war sie eine wichtige Verkehrsverbindung in der Region und prägte über Jahrzehnte den Alltag der Menschen vor Ort.
Heute gilt die Brücke als eine der größten Stahlfachwerkbrücken Brandenburgs und besitzt eine herausragende technik-, bau- und stadtgeschichtliche Bedeutung. Mit einer Länge von 130 Metern und einer Breite von 10,70 Metern überspannt sie die Havel in drei gleich großen Öffnungen mit jeweils 42,40 Metern Spannweite.
Konstruktiv handelt es sich um eine genietete Stahlfachwerkbrücke, deren drei Überbauten aus jeweils zwei markanten Halbparabel-Fachwerkträgern bestehen. Diese ruhen auf zwei Strompfeilern im Fluss sowie auf den Widerlagern an den Ufern. Die technische Ausführung dokumentiert eindrucksvoll die Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts.
Besonders hervorzuheben ist die gestalterische Qualität des Bauwerks. Während die Brüstungen aus Stein gefertigt wurden, bestehen die filigran ausgeführten Geländer aus genieteten Flachstählen im Jugendstil. Genau diese historischen Geländerelemente stehen nun im Mittelpunkt der aktuellen Fördermaßnahme. Mit der Restaurierung der ersten sechs Segmente wird ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes der Brücke geleistet.
Gemeinsam mit dem nahegelegenen Schloss Plaue und der sogenannten Wiesicke-Villa bildet die Brücke ein prägendes Ensemble an der Havel. Als Teil des „Fontanewegs“ besitzt sie nicht nur architektonische und technische Bedeutung, sondern fungiert auch als identitätsstiftendes Element der historischen Kulturlandschaft Brandenburgs.
Nachdem die eigentliche Brückenkonstruktion bereits saniert worden ist, wird seit 2025 durch eine zusätzliche Stegkonstruktion die Nutzung für Fußgänger und Radfahrer wiederhergestellt. Damit erhält das Bauwerk zunehmend seine Funktion als wichtige Verbindung im Stadtbild zurück und wird zugleich als technisches Denkmal erlebbar gemacht.
Die Förderung der Plauer Brücke reiht sich in das umfangreiche Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Brandenburg ein. Mit Hilfe privater Spenden, Treuhandstiftungen und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnten bislang mehr als 770 Denkmale im Land unterstützt werden.
Die aktuellen Arbeiten tragen dazu bei, ein bedeutendes Zeugnis der Industrie- und Ingenieurbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts für kommende Generationen zu bewahren. Zugleich stärken sie die kulturelle Identität eines Bauwerks, das seit über einem Jahrhundert das Bild der Havelstadt prägt. «
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 22. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)