Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 22:05 Uhr:
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Denkmalschutz: Ausdruck in Stein und Glas: Vortrag in Kassel widmet sich der expressionistischen Architektur
» Kann Architektur Gefühle ausdrücken? Dieser Frage widmet sich der Vortrag „Können Bauwerke expressiv sein? Die Epoche der expressionistischen Architektur“, zu dem das Ortskuratorium Kassel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Mittwoch, 18. November 2026, einlädt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Stadtbibliothek Kassel in der Oberen Königstraße. Referent ist der Architekturhistoriker und Kunstwissenschaftler Thomas Brandt.
Die expressionistische Architektur entstand in Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und entwickelte eine völlig neue Architektursprache. Im Gegensatz zu den später vorherrschenden sachlichen und funktionalen Formen des Neuen Bauens suchten Architekten dieser Strömung nach Ausdrucksmöglichkeiten für Emotionen, gesellschaftliche Visionen und den Wunsch nach Erneuerung. Charakteristisch waren außergewöhnliche Formen, dynamische Linienführungen sowie kristalline und skulpturale Gestaltungen, die Gebäuden eine nahezu lebendige Wirkung verliehen.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Entwicklung dieser bemerkenswerten Stilrichtung. Thomas Brandt erläutert die geistigen, kulturellen und künstlerischen Wurzeln des architektonischen Expressionismus und stellt einige seiner bedeutendsten Vertreter vor. Dazu gehören Architekten wie Hans Poelzig, Hans Scharoun, Otto Bartning und Fritz Höger, deren Werke den Aufbruch in eine neue Architektur widerspiegeln.
Anhand berühmter Bauwerke wird die Vielfalt der Epoche anschaulich dargestellt. Vorgestellt werden unter anderem das Glashaus von Bruno Taut, das auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln Aufsehen erregte, der futuristisch anmutende Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam sowie das weltbekannte Chilehaus in Hamburg, das mit seiner markanten Backsteinarchitektur zu den bekanntesten Bauwerken des Expressionismus zählt.
Darüber hinaus richtet der Vortrag den Blick auf Kassel und die umliegende Region. An regionalen Beispielen zeigt Brandt, wie sich typische Gestaltungselemente des Expressionismus erkennen lassen und welchen Einfluss die Bewegung auch außerhalb der großen Architekturzentren ausübte. Besucher erhalten dadurch die Möglichkeit, bekannte Gebäude mit neuen Augen zu betrachten und Spuren dieser außergewöhnlichen Epoche im eigenen Umfeld zu entdecken.
Die Veranstaltung vermittelt nicht nur architekturgeschichtliches Wissen, sondern gibt auch Einblicke in eine Zeit des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels. Die expressionistische Architektur steht bis heute für Experimentierfreude, Innovationskraft und den Mut, neue Wege zu beschreiten. Gerade deshalb übt sie auch mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung eine ungebrochene Faszination aus.
Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Spenden zugunsten der Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind willkommen. Mit dem Vortrag bietet sich die Gelegenheit, eine der kreativsten und visionärsten Strömungen der Architekturgeschichte näher kennenzulernen und ihren Einfluss bis in die Gegenwart nachzuvollziehen. «
Quelle: Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 26. Oktober 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)