Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:39 Uhr:

ca. 3 Minute(n) Lesezeit

Denkmalschutz: Schwimmendes Denkmal in Hamburg: Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Technik der MS Stubnitz

Die MS Stubnitz ist das letzte nahezu vollständig erhaltene Schiff der DDR-Hochseefischerei-Flottillen. Um ein wichtiges technisches Herzstück des historischen Schiffes zu erhalten, fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Arbeiten an der Ruderanlage mit 6.700 Euro.


Hamburg - Motorschiff Stubnitz | Foto: Liebeskind
» Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Erhaltung der historischen MS Stubnitz in Hamburg mit einer Förderung in Höhe von 6.700 Euro. Die Mittel fließen in Arbeiten an der Technik im Rudermaschinenraum des denkmalgeschützten Schiffes und dienen der langfristigen Sicherung seiner technischen Funktionsfähigkeit. Ermöglicht wurde die Förderung durch private Spenden sowie durch Erträge der Lotterie GlücksSpirale.

Die MS Stubnitz liegt heute in der Hamburger HafenCity unweit der Elbbrücken vor Anker und zählt zu den wenigen nahezu vollständig erhaltenen Zeugnissen der DDR-Hochseefischerei. Als technisches Denkmal dokumentiert sie ein bedeutendes Kapitel deutscher Wirtschafts-, Industrie- und Schifffahrtsgeschichte.

Gebaut wurde das knapp 80 Meter lange Schiff 1964 auf der Volkswerft Stralsund. Ein Jahr später nahm es als Kühl- und Transportschiff seinen Dienst für die Hochseefischerei der DDR auf. Die Stubnitz war Teil des Systems der sogenannten Flottillenfischerei, bei dem Fang, Verarbeitung, Kühlung und Transport der Fischbestände auf mehrere spezialisierte Schiffe verteilt wurden. Während Fangschiffe die Fischbestände auf See einholten, übernahm die Stubnitz die Kühlung und den Transport der Ware.

Mit dem Ende der DDR-Hochseefischerei wurde der Betrieb der Fangflotte am 30. Juni 1990 eingestellt. Die meisten Schiffe wurden verkauft oder verschrottet. Die Stubnitz hingegen entging diesem Schicksal und blieb als seltenes Zeugnis ihrer Zeit erhalten.

Seit 1992 wird das Schiff für kulturelle Zwecke genutzt. Betreiber ist seit 1995 der gemeinnützige Verein Motorschiff Stubnitz e.V. Die ehemaligen Laderäume wurden zu Veranstaltungsflächen umgestaltet und dienen heute als außergewöhnlicher Ort für Konzerte, Ausstellungen, Installationen und Performances. Gleichzeitig blieb ein Großteil der technischen und räumlichen Originalausstattung erhalten, was den besonderen Denkmalwert des Schiffes ausmacht.

Zu den herausragenden historischen Ausstattungsmerkmalen zählen die weitgehend original erhaltene elektromechanische Maschinenanlage, die Gleichstromtechnik, die Kommandobrücke mit Funk- und Kartenraum sowie zahlreiche Wohn- und Sozialbereiche der ehemaligen Besatzung. Auch der Rudermaschinenraum gehört zu den zentralen Funktionsbereichen des Schiffes und vermittelt bis heute anschaulich die technischen Arbeitsabläufe der DDR-Hochseefischerei.

Die nun geförderten Arbeiten tragen dazu bei, die technische Betriebsfähigkeit dieses sensiblen Bereichs zu erhalten. Damit bleibt nicht nur ein wichtiges Element der Schiffstechnik gesichert, sondern auch ein authentisches Zeugnis maritimer Industriegeschichte.

Bemerkenswert ist zudem, dass die MS Stubnitz bis heute fahrbereit geblieben ist. Nach einer umfassenden Klassenerneuerung erhielt das Schiff im Jahr 2000 wieder die Zulassung für die internationale Fahrt. Seither wird es regelmäßig für Kulturprojekte in Hafenstädten des Nord- und Ostseeraums eingesetzt. Damit verbindet die Stubnitz auf einzigartige Weise den Erhalt eines technischen Denkmals mit einer lebendigen und zeitgemäßen Nutzung.

Die MS Stubnitz gehört seit 2017 zu den mehr als 75 Denkmalprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Hamburg mit Hilfe von Spenden und Mitteln der GlücksSpirale gefördert hat. Die aktuelle Unterstützung unterstreicht die Bedeutung des Schiffes als schwimmendes Denkmal, das sowohl an die Geschichte der DDR-Hochseefischerei als auch an die Entwicklung der deutschen Seefahrt erinnert und gleichzeitig als kultureller Veranstaltungsort neue Perspektiven eröffnet. «


Quelle: Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 2. November 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

Weitere Artikel zum Thema Denkmalschutz, die Sie auch interessieren könnten...

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Notsicherung der evangelischen Kirche Schöller

Sanierung der Plauer Brücke macht Fortschritte

Bauernkirche Iserlohn: Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert dringend notwendige Dachsanierung

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Sanierung historischer Scheune in Rietberg-Westerwiehe

Herbstliche Blütenpracht in Potsdam: Führungen durch Karl Foersters Garten bis Dezember