Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:38 Uhr:

ca. 3 Minute(n) Lesezeit

Denkmalschutz: Kirchen neu denken: Vortrag in Bonn über die Zukunft leerstehender Sakralbauten

Immer mehr Kirchen in Deutschland verlieren ihre ursprüngliche Funktion als Gotteshaus. Wie diese oft denkmalgeschützten Gebäude dennoch erhalten werden können und welche kreativen Nachnutzungen möglich sind, steht im Mittelpunkt eines Vortrags der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 27. November 2026 in Bonn.

» Der Umgang mit leerstehenden Kirchen gehört zu den großen Herausforderungen der Denkmalpflege und der Stadtentwicklung. Unter dem Titel „Klettern in der Kirche? Neue Nutzung von Sakralbauten in Deutschland“ lädt das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Freitag, 27. November 2026, zu einem Vortragsabend in die „Alte Kirche“ des Collegium Leoninum in Bonn ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

Referent ist der Historiker Jan Ermel, Mitarbeiter der DenkmalAkademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In seinem Vortrag geht er der Frage nach, welche Perspektiven sich für Kirchengebäude eröffnen, die nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden und wie diese bedeutenden Bauwerke langfristig erhalten werden können.

Die Thematik gewinnt zunehmend an Bedeutung. In den vergangenen Jahren wurden deutschlandweit mehr als 500 Kirchen entweiht oder entwidmet. Aufgrund sinkender Gemeindemitgliederzahlen, veränderter gesellschaftlicher Strukturen und steigender Unterhaltskosten ist davon auszugehen, dass weitere Sakralbauten in Zukunft ihre ursprüngliche Nutzung verlieren werden.

Damit stellt sich die Frage, wie die oft historisch und architektonisch wertvollen Gebäude sinnvoll weitergenutzt werden können. Denn zahlreiche Kirchen stehen unter Denkmalschutz und prägen vielerorts das Orts- und Stadtbild. Ihr Erhalt ist daher nicht nur eine religiöse oder kulturelle, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe.

Jan Ermel beleuchtet in seinem Vortrag verschiedene Möglichkeiten einer nachhaltigen und denkmalverträglichen Umnutzung. Dabei geht es um die Frage, welche neuen Funktionen ehemalige Kirchen übernehmen können und wie moderne Anforderungen mit der historischen Bausubstanz in Einklang gebracht werden können. Gleichzeitig werden die Grenzen solcher Nutzungsänderungen thematisiert und die Herausforderungen aufgezeigt, die bei Planung und Umsetzung entstehen können.

Die Bandbreite möglicher Nachnutzungen reicht dabei von Kultur- und Veranstaltungsorten über Bildungs- und Begegnungsstätten bis hin zu innovativen Freizeit- und Nutzungskonzepten. Im Mittelpunkt steht stets die Suche nach Lösungen, die den Charakter der Gebäude respektieren und zugleich ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft sichern.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Denkmalpflege, Architektur, Stadtentwicklung und die Zukunft historischer Bauwerke interessieren. Sie bietet die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen kennenzulernen und über den künftigen Umgang mit einem bedeutenden Teil des kulturellen Erbes Deutschlands zu diskutieren.

Das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg ist Teil des bundesweiten ehrenamtlichen Netzwerks der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und unterstützt die Arbeit der Stiftung in der Region. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um eine vorherige Anmeldung gebeten (unter denkmalschutz.de/anmeldung). Spenden zugunsten der Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind willkommen.

Mit dem Vortrag wird ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema aufgegriffen: Wie können Kirchen als bedeutende Zeugnisse von Geschichte, Architektur und Identität bewahrt werden, wenn ihre ursprüngliche Nutzung entfällt? Die Antworten darauf werden vielerorts die Zukunft zahlreicher Sakralbauten entscheidend mitbestimmen. «


Quelle: Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 4. November 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

Weitere Artikel zum Thema Denkmalschutz, die Sie auch interessieren könnten...

Historisches Bahnhofsgebäude Werl-Westönnen erhält neues Schieferdach

Schwimmendes Denkmal in Hamburg: Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Technik der MS Stubnitz

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Notsicherung der evangelischen Kirche Schöller

Sanierung der Plauer Brücke macht Fortschritte

Bauernkirche Iserlohn: Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert dringend notwendige Dachsanierung