Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 13:22 Uhr:

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Bundesregierung: Steinmeier würdigt Engagement gegen Wohnungslosigkeit: „Wohnen muss für alle möglich sein“

Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier hat die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit als gesellschaftliche Daueraufgabe bezeichnet. Bei der ersten Preisverleihung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Berlin würdigte er Projekte und Initiativen, die wohnungslosen Menschen Perspektiven eröffnen, und forderte verstärkte Anstrengungen, um Wohnungslosigkeit langfristig zu überwinden.

» Mit eindringlichen Worten hat Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier auf die Lebenssituation wohnungsloser Menschen in Deutschland aufmerksam gemacht. Bei der ersten Preisverleihung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Berlin erinnerte er daran, dass Wohnen weit mehr sei als ein Dach über dem Kopf. Es bedeute Sicherheit, Geborgenheit und einen festen Platz in der Gesellschaft.

Für viele Menschen seien diese Grundbedürfnisse selbstverständlich. Für Zehntausende wohnungslose Menschen in Deutschland seien sie jedoch weiterhin unerreichbar. Gerade deshalb verdienten die Projekte der Wohnungslosenhilfe mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung, betonte Steinmeier.

Wohnungslosigkeit ist kein unveränderliches Schicksal

Der Bundespräsident erinnerte an zahlreiche Begegnungen mit wohnungslosen Menschen sowie mit denjenigen, die sie unterstützen. In den vergangenen Jahren habe er Einrichtungen wie den Berliner Verein Straßenfeger, die Tagesstätte Evas Haltestelle oder die Angebote der Berliner Stadtmission besucht.

Die Gespräche mit Betroffenen hätten ihm immer wieder vor Augen geführt, welche persönlichen Schicksale hinter dem Verlust einer Wohnung stünden. Gleichzeitig habe er aber auch erfahren, mit welchem Engagement Haupt- und Ehrenamtliche versuchen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen.

Aus diesen Erfahrungen habe er vor allem die Erkenntnis gewonnen, dass Wohnungslosigkeit kein unabwendbares Schicksal sei. Vielmehr sei sie ein gesellschaftlicher Handlungsauftrag, dem Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam begegnen müssten.

Ziel bleibt die Überwindung der Wohnungslosigkeit

Steinmeier verwies auf den Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit, der ursprünglich 2022 verabschiedet wurde und nun von der Bundesregierung fortgeführt werden soll. Das Ziel, Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030 weitgehend zu überwinden, bezeichnete er als ambitioniert, aber notwendig.

Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es konsequente Maßnahmen. Als wichtige Ansätze nannte der Bundespräsident das Konzept „Housing First“, bei dem Wohnraum möglichst frühzeitig bereitgestellt wird, sowie Schuldnerberatung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen sozialen Einrichtungen und Vermietern.

Darüber hinaus spiele auch die allgemeine Wohnungspolitik eine entscheidende Rolle. Entwicklungen bei Mieten, Zinsen und Wohnungsangebot wirkten sich direkt auf das Risiko von Wohnungslosigkeit aus.

Betroffene stärker einbeziehen

Ein besonderes Anliegen Steinmeiers ist die stärkere Beteiligung wohnungsloser Menschen selbst. Die besten Einblicke in die Realität von Wohnungslosigkeit hätten diejenigen, die sie erlebt hätten.

Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, könnten berichten, was es bedeute, ohne sicheren Rückzugsort zu leben, auf Notunterkünfte angewiesen zu sein oder nach Krankenhaus- oder Haftentlassungen keine Perspektive zu haben. Deshalb müsse mehr mit Betroffenen gesprochen werden, statt lediglich über sie zu sprechen.

Klimawandel verschärft die Situation

Der Bundespräsident verwies zudem auf die besonderen Belastungen durch den außergewöhnlich heißen Sommer 2026. Während hohe Temperaturen bereits für viele Bürgerinnen und Bürger eine Herausforderung dargestellt hätten, seien wohnungslose Menschen den Auswirkungen von Hitze, Kälte und extremen Wetterlagen oft schutzlos ausgesetzt.

Er würdigte insbesondere Kirchengemeinden und andere Einrichtungen, die in den Sommermonaten ihre Räume geöffnet und Schutzmöglichkeiten geschaffen hätten. Auch kommunale Hitzeschutzpläne müssten die Situation wohnungsloser Menschen künftig stärker berücksichtigen.

Menschlichkeit zeigt sich im Umgang mit den Schwächsten

Steinmeier kritisierte zugleich Vorurteile und die gesellschaftliche Unsichtbarkeit vieler wohnungsloser Menschen. Oft würden sie für ihre Situation verantwortlich gemacht, während ihre individuellen Lebensgeschichten und Probleme aus dem Blick gerieten.

Eine solidarische Gesellschaft und ein sozialer Rechtsstaat müssten jedoch gerade den Schwächsten Unterstützung bieten. Die Menschlichkeit eines Landes zeige sich daran, wie es mit denjenigen umgehe, die besonders auf Hilfe angewiesen seien.

Würdigung für innovative Projekte

Mit der erstmals vergebenen Auszeichnung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sollen Projekte gewürdigt werden, die innovative Wege im Umgang mit Wohnungslosigkeit gehen und betroffenen Menschen neue Chancen eröffnen.

Steinmeier äußerte die Hoffnung, dass die ausgezeichneten Initiativen viele Nachahmer finden und dazu beitragen, die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema dauerhaft zu erhöhen.

Seine Botschaft am Ende der Veranstaltung war eindeutig: Wohnen sei ein Grundbedürfnis und müsse für alle Menschen möglich sein. Wohnungslosigkeit dürfe weder verdrängt noch als unvermeidbar akzeptiert werden. «


Quelle: Rede von Dr. Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. am 11. September 2026 in Berlin, Bulletin 85-4 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

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