Veröffentlicht am: 08.11.2020 um 20:04 Uhr:

Wissen: Wer erfand den Düsenjet?

Erst das Düsentriebwerk machte modernen Flugverkehr möglich. Erfunden wurde es in Deutschland und England...

» Was wir umgangssprachlich als Düsenflugzeug oder Düsenjet bezeichnen, heißt fachlich korrekt Strahlflugzeug. Gemeint ist damit ein Flugzeug, das mittels Strahltriebwerken durch Rückstoßantrieb fliegt. Ein Prinzip, das zwei Erfinder unabhängig voneinander zur Serienreife brachten.

Das erste Düsenflugzeug der Welt hob am 27. August 1939 über Rostock-Marienehe ab. Die Heinkel He 178 war eine Entwicklung des Ingenieurs Hans Joachim Pabst von Ohain, an der er seit 1936 gearbeitet hatte. Vorausgegangen waren viele Fehlschläge, ein Demonstrationsmodell etwa hatte sich als unbrauchbar erweisen. Doch Ohains Doktorvater Robert Wichard Pohl erkannte das Potenzial und brachte ihn mit dem Flugzeugbauer Ernst Heinkel zusammen, der ihn förderte.

Der Engländer Frank Whittle hatte bereits 1930 ein Strahltriebwerk entworfen, fand jedoch keinen Interessenten. Erst 1936 setzte er die Entwicklung fort - und nach zahlreichen Rückschlägen hob am 15. Mai 1941 eine Gloster E.28/39 vom Flughafen Cranwell ab, das erste britische Düsenflugzeug und auch das erste Flugzeug, das jemals mit Kerosin betrieben wurde.

Hans Joachim von Ohain und Frank Whittle verband später eine tiefe Freundschaft. Der umgangssprachliche Begriff "Düsenjet" ist übrigens ein Pleonasmus, da die Antriebsart zweimal aneinandergereiht wird: "Jet" ist nur ein anderes Wort für Düse oder Strahltriebwerk. «


Quelle: Thomas Röbke in HÖRZU 43 vom 18.10.2019

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