Veröffentlicht am: 07.06.2020 um 12:19 Uhr:

Auto und Verkehr: Erlaubte Schummelei beim Plug-in

Macht es Sinn, einen alten Benziner gegen einen neuen Plug-in-Hybrid zu "tauschen"? - Wohl nicht wirklich...

» Märchenhafte Verbräuche - Fahrzeughersteller finden Plug-in-Hybride prima: Mit deren niedrigem Verbrauch und CO2-Ausstoß lässt sich sauber werben; nebenbei verschönern die geringen CO2-Werte auch die offizielle Flottenbilanz. Mit der Realität haben diese Angaben aber wenig zu tun - und das liegt am NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) für Verbrauchs- und Schadstoffmessungen. Plug-in-Hybride werden von einem Benzin- und Elektromotor angetrieben, wobei Letzterer meist nicht weiter als 50 km fährt. Der veröffentlichte Verbrauch auf 100 km ist also eine Mischung aus Benzin- und Stromverbrauch (Beispiel BMW 225xe: 2,0 l/100 km und - meist klein gedruckt - 11,8 kWh/100 km). Nur: Die offizielle CO2-Angabe der Werbung muss lediglich den Ausstoß des Benzinverbrauchs angeben, die Emissionen des Stromverbrauchs werden ignoriert. Denn auch bei der Stromerzeugung entsteht CO2! Und berücksichtigt man die Emissionen von Benzinverbrennung und -herstellung sowie Stromproduktion - jeweils Well-to-Wheel gerechnet -, liegen die tatsächlichen Werte schon 1,5- bis 2,5-fach über der Werksangabe, im realistischen EcoTest sogar 2,8- bis 3,5-fach darüber. So kann es sein, dass eiin "umweltfreundlicher" Plug-in (z.B. durch einen wenig effizienten Benziner) nur einen EcoTest-Stern erreicht. «


Quelle: ADAC motorwelt 07-08/2017

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