Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 14:03 Uhr:

ca. 3 Minute(n) Lesezeit

Denkmalschutz: Historische Steinbrücke in Nördlingen wird saniert

Die denkmalgeschützte Steinbrücke an der Mühlgasse in Nördlingen kann erhalten werden. Mit einer Förderung von 20.000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierung des seltenen Bauwerks, das künftig wieder als wichtige Rettungszufahrt genutzt werden soll.

» Eine der wenigen historischen Brückenkonstruktionen in Nördlingen steht vor ihrer Rettung: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert die Sanierung der denkmalgeschützten Steinbrücke über die Eger an der Mühlgasse mit 20.000 Euro. Ermöglicht wird die Unterstützung durch Spenden sowie Mittel der Lotterie GlücksSpirale. Ziel der Maßnahme ist es, die historische Substanz des Bauwerks zu bewahren und gleichzeitig seine künftige Nutzung sicherzustellen.

Die Brücke befindet sich im traditionsreichen Gerberviertel der Stadt und verbindet die Mühlgasse mit der historischen Neumühle, die bereits im Jahr 1602 errichtet wurde. Sie überspannt die Eger mit einem flachen Segmentbogen in unmittelbarer Nähe des Wasserturms, wo der Fluss die Stadtmauer nach Norden verlässt. Gemeinsam mit der Egerüberbauung im Bereich des Spitalareals ist sie die letzte erhaltene Massivkonstruktion ihrer Art über den Fluss im Stadtgebiet und besitzt damit sowohl städtebauliche als auch historische Bedeutung.

Besonders bemerkenswert ist die Bauweise der Brücke. Das Bauwerk wurde aus großen Ziegelsteinen errichtet und verputzt. Die gemauerten Brüstungen verleihen ihr ein markantes und massives Erscheinungsbild. Aufgrund ihrer Konstruktion und der verwendeten Materialien wird die Entstehungszeit auf das späte 17. oder frühe 18. Jahrhundert datiert. Während die tragende Bausubstanz bis heute erhalten geblieben ist, stammen die oberen Putzschichten und Oberflächen aus jüngerer Zeit.

In den vergangenen Jahren war die Überfahrt für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Zeitweise stand sogar ein vollständiger Neubau zur Diskussion. Durch das Engagement von Stadtheimatpfleger Dr. Wilfried Sponsel sowie die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte jedoch eine denkmalgerechte Alternative durchgesetzt werden. Statt eines Ersatzneubaus wird nun eine Lösung umgesetzt, die den Erhalt der historischen Konstruktion in den Mittelpunkt stellt.

Die geplanten Arbeiten umfassen eine umfassende statische Ertüchtigung. Dazu wird oberhalb des historischen Bogens ein neues Stahlbetontragwerk eingezogen. Zusätzliche Mikropfähle hinter der bestehenden Gründung sorgen künftig für eine sichere Lastabtragung. Zwar bleibt die Brücke auch nach Abschluss der Arbeiten für den Schwerverkehr gesperrt, doch kann sie künftig wieder von Rettungswagen und Feuerwehr als wichtige Zufahrt genutzt werden.

Mit der Förderung reiht sich die Steinbrücke in die große Zahl denkmalgeschützter Bauwerke ein, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bayern unterstützt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie historisch wertvolle Bauwerke durch moderne Ingenieurtechnik erhalten und gleichzeitig an die Anforderungen der heutigen Zeit angepasst werden können. Damit bleibt ein bedeutendes Zeugnis historischer Baukunst auch für kommende Generationen erhalten. «


Quelle: Mitteilung der Deutsche Stiftung Denkmalschutz vom 15. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

Weitere Artikel zum Thema Denkmalschutz, die Sie auch interessieren könnten...

Haus Harkotten: 10.000 Euro für die historische Burgmauer

Schwarzbuch der Denkmalpflege: Vortrag in Bonn beleuchtet den Verlust historischer Denkmale

Millionenförderung sichert Zukunft von Schloss Türnich

Elisabeth Hemfort wird neue Ortskuratorin für den Denkmalschutz in Münster

Barockvirtuosin Chouchane Siranossian gastiert in der Klosterschule Roßleben