Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:48 Uhr:
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Denkmalschutz: Bronzeplakette würdigt Engagement für die Windmühle Weserdeich

» Die Windmühle Weserdeich in Hameln-Tündern erhält eine besondere Auszeichnung: Im Rahmen eines Pressetermins am 18. September 2026 überreicht Dietrich Burkart, Ortskurator Hameln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), eine Bronzeplakette an Karl-Friedrich Meyer vom Förderverein Windmühle Tündern e.V. Die Tafel trägt die Inschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ und würdigt die Unterstützung zahlreicher privater Förderer.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte für Putz- und Maurerarbeiten an der Außenhülle sowie an den Flügeln der historischen Windmühle insgesamt 30.000 Euro bereit. Finanziert wurde die Förderung durch Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale. Die Plakette soll nicht nur an das erfolgreiche Engagement erinnern, sondern zugleich weitere Menschen dazu ermutigen, sich für den Erhalt bedeutender Kulturdenkmale einzusetzen.
Die Mühle steht am südlichen Rand des Hamelner Ortsteils Tündern direkt am Weserdeich und prägt seit mehr als 140 Jahren das Landschaftsbild. Errichtet wurde der markante Turmholländer vermutlich im Jahr 1883 vom Mühlenbauer Redecker aus Börry. Nachdem dieser die Anlage einige Jahre selbst betrieben hatte, verpachtete er sie 1894 an den Müllermeister Carl Lampe, der nach achtjähriger Wanderschaft in Tündern eine neue Heimat fand.
Für die Nutzung der Mühle zahlte Lampe jährlich 350 Goldmark Pacht. Bereits drei Jahre später erwarb er das Bauwerk für 9.500 Goldmark und legte damit den Grundstein für eine über Generationen reichende Mühlengeschichte. Im Jahr 1900 ließ er unmittelbar neben der Mühle das bis heute erhaltene Wohnhaus errichten, dessen Baukosten sich auf 1.300 Goldmark beliefen.
Architektonisch handelt es sich um einen dreistöckigen Turmholländer, der ursprünglich mit Segelflügeln und Windrose ausgestattet war. Die technische Einrichtung umfasste zwei Mahlgänge, einen Schrotgang sowie verschiedene Mehlsichtmaschinen und einen Fahrstuhl für den Materialtransport. Besonders auffällig ist die geschwungene Kappe des verputzten Turmschafts, deren Form an einen Zwiebelturm erinnert.
Mit dem technischen Fortschritt entwickelte sich auch die Mühle weiter. Bereits 1921 wurde ein Elektromotor der AEG installiert, um den Betrieb auch bei Windstille sicherzustellen. In den 1930er Jahren folgten weitere Modernisierungen. So wurden die Flügel erneuert und mit einem Walzenstuhl sowie einem Plansichter zusätzliche technische Verbesserungen eingebaut. Zu dieser Zeit hatte bereits Karl Lampe junior die Leitung des Betriebs übernommen.
Nach dem Tod des jüngeren Müllers im Jahr 1968 endete die aktive Nutzung der Mühle. Zwar wurden noch 1979 Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, doch bereits ein Jahr später traf das Baudenkmal ein schwerer Rückschlag. Im Juli 1980 schlug ein Blitz ein und setzte den oberen Teil der Mühle in Brand. Dabei wurden die Kappe, die Flügel und die Windrose vollständig zerstört.
Die Rettung gelang jedoch schon kurze Zeit später: 1981 wurde die Windmühle mit Bauteilen der stillgelegten Holländerwindmühle in Springe-Bennigsen wieder instand gesetzt. Dadurch konnte eines der charakteristischen Bauwerke der Region für die Nachwelt bewahrt werden.
Heute steht die Windmühle Weserdeich beispielhaft für den erfolgreichen Einsatz von Ehrenamtlichen, Fördervereinen und Denkmalschützern. Sie gehört zu den mehr als 580 Denkmalen in Niedersachsen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bislang mit Hilfe privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale gefördert hat. Die nun verliehene Bronzeplakette macht dieses Engagement sichtbar und erinnert daran, dass der Erhalt historischer Bauwerke auch künftig auf breite gesellschaftliche Unterstützung angewiesen ist. «
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 16. September 2026 / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)