Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 18:10 Uhr:
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Bundesregierung: Pistorius: Verteidigungshaushalt ist „Sicherheitsversprechen“ für Deutschland
» Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat den Verteidigungshaushalt 2027 als zentrale Antwort auf die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa vorgestellt. Der Etat umfasse gemeinsam mit dem Sondervermögen rund 140 Milliarden Euro und sei damit weit mehr als ein gewöhnlicher Haushalt. Er stelle ein Sicherheitsversprechen an die Bevölkerung, die Soldatinnen und Soldaten sowie die Partner Deutschlands in Europa und der NATO dar.
Nach den Worten des Ministers sei Sicherheit die grundlegende Voraussetzung für Freiheit, Frieden und Wohlstand. Deshalb dürften Verteidigungsausgaben nicht gegen Investitionen in andere Politikfelder ausgespielt werden. Eine leistungsfähige Bundeswehr sei notwendig, um die demokratischen Errungenschaften Deutschlands dauerhaft zu schützen.
Russland als zentrale Sicherheitsbedrohung
Einen Schwerpunkt seiner Rede legte Pistorius auf die Bedrohung durch Russland. Der Minister verwies auf hybride Angriffe, Cyberattacken, Drohnenvorfälle sowie militärische Aktivitäten Russlands im Umfeld von NATO-Staaten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass die Gefahr für Deutschland und Europa real und akut sei.
Russland investiere enorme Summen in seine Streitkräfte und baue Personal- sowie Materialbestände massiv aus. Nach Ansicht des Verteidigungsministers seien diese Entwicklungen Teil einer langfristigen Strategie Moskaus, die über den Krieg gegen die Ukraine hinausreiche.
Vor diesem Hintergrund verteidigte Pistorius erneut die deutsche Unterstützung für die Ukraine. Deutschland werde weiter an der Seite des angegriffenen Landes stehen. Die Hilfe sei nicht nur eine Investition in die Freiheit und Sicherheit der Ukraine, sondern auch in die Stabilität Europas.
Bundeswehr setzt auf moderne Technologien
Der Verteidigungsminister kündigte an, die Streitkräfte technologisch weiter auszubauen. Die Bundeswehr müsse künftig auf ein breites Spektrum möglicher Bedrohungen vorbereitet sein und sowohl klassische militärische Fähigkeiten als auch moderne Technologien beherrschen.
Geplant sind Investitionen in Kampf- und Schützenpanzer, Artillerie, Luftverteidigung, Marineeinheiten und Munitionsbestände. Gleichzeitig sollen unbemannte Systeme, sogenannte Loitering-Munition, satellitengestützte Aufklärung, künstliche Intelligenz und digitale Führungssysteme stärker in die Truppe integriert werden.
Auch im Weltraumbereich plant die Bundeswehr den Ausbau ihrer Fähigkeiten. Neue Satellitensysteme und moderne Technologien sollen die Aufklärungs- und Führungsfähigkeit der Streitkräfte verbessern.
Beschaffung soll schneller und flexibler werden
Pistorius kündigte zudem weitere Reformen bei Planung und Beschaffung an. Die Bundeswehr werde stärker für innovative Unternehmen geöffnet, Verfahren würden vereinfacht und neue Beschaffungswege genutzt.
Ein Beispiel sei die frühzeitige Zusammenarbeit mit mehreren Anbietern bei modernen Drohnensystemen. Dadurch könnten neue Technologien schneller erprobt und einsatzfähig gemacht werden.
Darüber hinaus sollen drei Innovationszentren für die Bundeswehr entstehen, um technologische Entwicklungen schneller in die Praxis zu überführen.
Mehr Interesse am Dienst in der Bundeswehr
Positiv bewertete der Minister die Entwicklung bei den Personalzahlen. Bereits 2025 seien rund 25.000 Soldatinnen und Soldaten neu eingestellt worden – so viele wie seit der Aussetzung der Wehrpflicht nicht mehr. Dieser Trend habe sich 2026 fortgesetzt.
Bis Ende Juli seien bereits mehr als 15.000 Neueinstellungen registriert worden. Auch die Zahl der Bewerbungen sei weiter gestiegen. Dies wertete Pistorius als Zeichen einer wachsenden Attraktivität der Streitkräfte.
Investition in Frieden und Abschreckung
Nach Auffassung des Verteidigungsministers dient der erhebliche Mitteleinsatz nicht der Vorbereitung auf einen Krieg, sondern der Sicherung des Friedens. Ziel sei eine glaubwürdige Abschreckung, die potenzielle Gegner von militärischen Abenteuern abhalte.
Der Verteidigungshaushalt 2027 müsse deshalb als langfristige Investition in die Sicherheit Deutschlands und Europas verstanden werden. Mit den vorgesehenen Maßnahmen wolle die Bundesregierung sicherstellen, dass die Bundeswehr auch künftig ihren nationalen und internationalen Verpflichtungen nachkommen kann. «
Quelle: Rede von Boris Pistorius, Bundesminister der Verteidigung, zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag am 9. September 2026, Bulletin 82-3 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)