Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:03 Uhr:
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Bundesregierung: Entwicklungsministerin Alabali Radovan: Internationale Zusammenarbeit bleibt Investition in Sicherheit und Wohlstand
» Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat den Etat ihres Ressorts im Bundestag als Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen und zur Sicherung deutscher Interessen verteidigt. In ihrer Rede zum Haushaltsgesetz 2027 verwies sie auf die zunehmenden Folgen des Klimawandels, internationale Konflikte und wachsende geopolitische Spannungen, die eine enge internationale Zusammenarbeit erforderlich machten.
Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war die verheerende Flutkatastrophe in Nepal, die nach ihren Worten beispielhaft für die dramatischen Folgen des Klimawandels stehe. Gleichzeitig verwies die Ministerin auf die Auswirkungen extremer Wetterereignisse in Deutschland, darunter Dürre, Niedrigwasser, Waldbrände und Ernteausfälle. Der Klimawandel sei eine globale Herausforderung, die kein Staat allein bewältigen könne.
Entwicklungszusammenarbeit als Klimaschutz und Wirtschaftsförderung
Alabali Radovan betonte, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht nur ein Instrument der Solidarität sei, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffne. Als Beispiel nannte sie Indonesien, wo Deutschland den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Deutsche Unternehmen lieferten dabei Technologien für Geothermie-, Wasser- und Solarkraftprojekte.
Von solchen Partnerschaften profitierten beide Seiten: Die Partnerländer könnten ihre Energieversorgung nachhaltiger gestalten, während deutsche Unternehmen neue Märkte erschlössen und Arbeitsplätze sicherten. Angesichts der engen Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit internationalen Märkten sei Entwicklungszusammenarbeit auch ein Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke Deutschlands.
Entwicklungspolitik als Friedenspolitik
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die Bedeutung von Entwicklungszusammenarbeit für Frieden und Stabilität. Angesichts der weltweit steigenden Zahl bewaffneter Konflikte sei es wichtig, Menschen Perspektiven in ihren Heimatländern zu geben.
Nach Einschätzung der Ministerin entstehen Sicherheit und Frieden dort, wo Staaten funktionieren, Armut bekämpft werde und Menschen Zukunftschancen hätten. Entwicklungszusammenarbeit trage dazu bei, Konfliktursachen zu verringern und Fluchtbewegungen vorzubeugen.
Erfolge im Gesundheitsbereich
Als Beispiel erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit verwies Alabali Radovan auf die weltweiten Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten. Die Kindersterblichkeit habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten weltweit etwa halbiert.
Besonders hob sie die Arbeit der internationalen Impfinitiative GAVI hervor. Durch entsprechende Programme seien seit dem Jahr 2000 mehr als eine Milliarde Kinder gegen gefährliche Krankheiten geimpft worden. Auch bei aktuellen Gesundheitskrisen wie Ebola arbeite Deutschland eng mit internationalen Partnern zusammen.
Kürzungen erfordern Prioritäten
Die Ministerin räumte ein, dass die finanziellen Spielräume ihres Ressorts mit dem Bundeshaushalt 2027 kleiner würden. Die vorgesehenen Kürzungen machten Priorisierungen notwendig und hätten teils schmerzhafte Entscheidungen zur Folge.
Gleichzeitig kündigte sie an, die laufende Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit fortzusetzen. Künftig sollen Instrumente stärker auf Wirksamkeit und messbare Ergebnisse ausgerichtet werden. Ziel sei es, vorhandene Mittel möglichst effizient einzusetzen.
Deutschlands Rolle in einer veränderten Welt
Alabali Radovan machte deutlich, dass Entwicklungspolitik auch eine geopolitische Dimension habe. In einer Welt wachsender Spannungen und zunehmender Konkurrenz zwischen Staaten müsse Deutschland seine internationalen Partnerschaften stärken.
Eine aktive Entwicklungszusammenarbeit sei deshalb nicht nur Ausdruck globaler Verantwortung, sondern auch ein Instrument zur Sicherung deutscher Interessen. Wer in einer von Krisen geprägten Welt handlungsfähig bleiben wolle, müsse in internationale Kooperation investieren.
Die Ministerin warb daher dafür, Entwicklungspolitik als langfristige Investition in Frieden, Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und internationale Zusammenarbeit zu verstehen. «
Quelle: Rede von Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag am 9. September 2026, Bulletin 82-4 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)