Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 08:28 Uhr:

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Bundesregierung: Deutschland und Vereinigte Arabische Emirate vertiefen strategische Partnerschaft

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben bei dem ersten Staatsbesuch eines emiratischen Präsidenten in Deutschland eine deutliche Vertiefung ihrer Beziehungen vereinbart. Im Mittelpunkt stehen Investitionen, Energie, Digitalisierung, Verteidigung, Künstliche Intelligenz sowie die Zusammenarbeit bei internationalen Krisen. Allein ein neues Investitionspaket aus den Emiraten umfasst 40 Milliarden Euro für Projekte in Deutschland.

» Mit dem Staatsbesuch von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, haben Deutschland und die Emirate ihre Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage gestellt. Während des Besuchs vom 9. bis 11. September 2026 traf das emiratische Staatsoberhaupt unter anderem mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz zusammen. Beide Seiten bezeichneten die aktuelle geopolitische Lage als Anlass für eine engere Kooperation zwischen verlässlichen Partnern.

Strategischer Dialog soll Zusammenarbeit ausbauen

Ein zentrales Ergebnis des Besuchs ist die Einrichtung eines neuen Strategischen Dialogs zwischen beiden Ländern. Das Format soll die bereits seit 2004 bestehende strategische Partnerschaft neu beleben und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Sicherheit, Verteidigung, Handel, Energie, Digitalisierung, Kultur, Bildung und Forschung koordinieren. Ziel ist eine langfristige und konkrete Vertiefung der bilateralen Beziehungen.

Investitionsoffensive in Höhe von 40 Milliarden Euro

Besonders bedeutend ist die wirtschaftliche Dimension der Vereinbarungen. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten ein Investitionspaket von insgesamt 40 Milliarden Euro für Deutschland an. Die Mittel sollen insbesondere in digitale Infrastruktur, Rechenzentren, technologische Innovationen und industrielle Projekte fließen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau moderner Rechenzentrumsstrukturen mit einer geplanten Leistung von rund einem Gigawatt. Deutschland sagte zu, günstige Rahmenbedingungen für die Umsetzung dieser Vorhaben zu schaffen.

Darüber hinaus wurden 29 Vereinbarungen zwischen Unternehmen aus beiden Ländern mit einem Gesamtwert von mehr als 9,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese betreffen unter anderem die Bereiche Energie, Industrie, Digitalisierung und Technologie.

Kooperation bei Energie und Wasserstoff

Beide Regierungen bekräftigten zudem ihre enge Energiepartnerschaft. Künftig soll die Zusammenarbeit entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette ausgebaut werden. Dazu zählen LNG, erneuerbare Energien, Wasserstoff sowie Projekte zur Energieeffizienz. Auch die Versorgungssicherheit in Europa soll durch die Kooperation gestärkt werden.

Deutschland würdigte zudem die Rolle der Emirate bei internationalen Initiativen zur Emissionsminderung und beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Künstliche Intelligenz und Datenzentren im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Zukunftstechnologien. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz, Forschung und Entwicklung sowie digitalen Infrastrukturen intensivieren. Hierzu wurde eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit bei Datenhosting und Informationssystemen unterzeichnet.

Geprüft wird unter anderem die Einrichtung sogenannter „Data Embassies“, die als besonders geschützte digitale Infrastrukturen eine neue Form technologischer Zusammenarbeit ermöglichen sollen.

Mehr Zusammenarbeit bei Verteidigung und Sicherheit

Auch die sicherheitspolitische Kooperation wird ausgeweitet. Beide Staaten vereinbarten eine intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Verteidigungstechnologie sowie Polizei- und Sicherheitskooperation. Künftig soll die Beziehung über klassische Lieferbeziehungen hinaus zu einer strategischen Partnerschaft weiterentwickelt werden.

Gemeinsame Positionen zu internationalen Krisen

Breiten Raum nahmen außerdem internationale Konflikte ein. Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten Angriffe Irans gegen die Emirate und andere Staaten der Region sowie Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Beide Seiten forderten die Einhaltung des Völkerrechts und die Sicherung internationaler Handelswege.

Hinsichtlich des Nahostkonflikts bekannten sich beide Regierungen erneut zur Zwei-Staaten-Lösung und sprachen sich für eine dauerhafte Friedensregelung zwischen Israelis und Palästinensern aus. Außerdem unterstützten sie internationale Bemühungen zur Stabilisierung des Gazastreifens.

Auch für die Ukraine bekräftigten beide Länder ihre Unterstützung für eine gerechte und dauerhafte Friedenslösung. Deutschland würdigte dabei die Vermittlungsbemühungen der Emirate, die unter anderem bei Gefangenenaustauschen zwischen Russland und der Ukraine eine wichtige Rolle gespielt haben. Seit Kriegsbeginn wurden durch emiratische Vermittlung insgesamt 7.997 Gefangene ausgetauscht.

Kultur, Mobilität und Wissenschaft

Neben den politischen und wirtschaftlichen Themen vereinbarten beide Staaten eine engere Zusammenarbeit in Kultur, Wissenschaft, Bildung und Kreativwirtschaft. Auch im Luftverkehr soll die Kooperation ausgebaut werden. Zudem wird künftig das deutsche EasyPASS-System für Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate nutzbar gemacht, um die Einreise über deutsche Flughäfen zu erleichtern.

Mit dem Staatsbesuch und den zahlreichen Vereinbarungen setzen Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate ein deutliches Zeichen für den Ausbau einer Partnerschaft, die künftig weit über Handel und Energie hinausreichen soll. Im Mittelpunkt stehen Investitionen, technologische Innovationen sowie gemeinsame Antworten auf globale politische und wirtschaftliche Herausforderungen. «


Quelle: Gemeinsame Erklärung anlässlich des Staatsbesuchs von Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan in der Bundesrepublik Deutschland, Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, 10. September 2026 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

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