Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 20:40 Uhr:

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Bundesregierung: Prien fordert Bildungsoffensive: „Wir dürfen kein Kind zurücklassen“

Angesichts alarmierender Bildungsstudien hat Bundesbildungsministerin Karin Prien im Deutschen Bundestag für eine umfassende Reform entlang der gesamten Bildungskette geworben. Im Mittelpunkt des Haushalts 2027 stehen Investitionen in frühe Bildung, Kitas, Ganztagsangebote, Digitalisierung und Demokratieförderung sowie die Unterstützung von Familien.

» Bundesbildungsministerin Karin Prien hat die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie als deutliches Warnsignal für das deutsche Bildungssystem bezeichnet. In ihrer Rede zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag sprach sie von einer besorgniserregenden Entwicklung, die konsequentes politisches Handeln erforderlich mache.

Anders als beim sogenannten „PISA-Schock“ zu Beginn der 2000er-Jahre seien die Ursachen und notwendigen Gegenmaßnahmen heute bekannt. Nun komme es darauf an, diese Erkenntnisse entschlossen umzusetzen. Ziel müsse sein, gleiche Bildungschancen für alle Kinder zu schaffen und niemanden zurückzulassen.

Frühkindliche Bildung rückt stärker in den Fokus

Nach den Worten der Ministerin zeigen Bildungsstudien seit Jahren, dass sich Bildungsunterschiede bereits in frühen Lebensjahren entwickeln. Deshalb setzt die Bundesregierung verstärkt auf Investitionen in die frühkindliche Bildung.

Eltern sollen als wichtigste Bildungsbegleiter ihrer Kinder stärker unterstützt werden. Dazu gehören zusätzliche Mittel für die Frühen Hilfen sowie der Ausbau von Elternbegleiterprogrammen. Darüber hinaus sollen künftig Sprach- und Entwicklungsstände von Kindern frühzeitig erfasst werden, um gezielte Förderangebote zu ermöglichen.

Ein zentrales Vorhaben ist das geplante Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz für den Kita-Bereich. Über einen Zeitraum von acht Jahren sollen den Ländern mehr als neun Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Prien bezeichnete dieses Projekt als eines der wichtigsten bildungspolitischen Vorhaben der laufenden Legislaturperiode.

Investitionen entlang der gesamten Bildungskette

Der Haushaltsentwurf sieht nach Angaben der Ministerin deutliche Investitionen entlang des gesamten Bildungswegs vor. Der Titel zur Stärkung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens wächst um knapp ein Drittel auf 187 Millionen Euro.

Gefördert werden sollen insbesondere digitale Kompetenzen, MINT-Fächer sowie eine bessere Datengrundlage für die Bildungspolitik. Darüber hinaus setzt die Bundesregierung ihre Investitionen in digitale Bildungsinfrastruktur fort und unterstützt den Ausbau der Ganztagsbetreuung.

Ganztagsangebote sollen dabei nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten.

Familienförderung bleibt zentraler Bestandteil

Trotz notwendiger Sparmaßnahmen betonte Prien die Bedeutung familienpolitischer Leistungen. Auch wenn der Haushaltsentwurf schwierige Entscheidungen enthalte, könnten sich Familien weiterhin auf die Unterstützung des Staates verlassen.

Allein für das Elterngeld sind weiterhin rund sieben Milliarden Euro vorgesehen. Gleichzeitig soll die Leistung modernisiert werden. Ziel sei ein einfacheres, digitaleres und stärker an den Bedürfnissen von Familien orientiertes Verfahren. Die Ministerin kritisierte insbesondere den hohen bürokratischen Aufwand bei der Antragstellung.

Zudem sprach sie sich dafür aus, Familien und Alleinerziehende auch künftig gezielt zu unterstützen und geplante Änderungen im parlamentarischen Verfahren sorgfältig zu beraten.

Demokratiebildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Neben Bildung und Familie setzt die Bundesregierung auf die Stärkung demokratischer Werte. Für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sind 170 Millionen Euro vorgesehen.

Die Förderung soll stärker auf Orte ausgerichtet werden, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Meinungen miteinander ins Gespräch kommen können. Genannt wurden beispielsweise Bibliotheken, Stadtteilzentren oder Dorfgemeinschaftshäuser.

Prien dankte ausdrücklich den zahlreichen Initiativen und ehrenamtlich Engagierten, die sich für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Extremismus einsetzen.

Bundesgesellschaftsdienst in Vorbereitung

Um das gesellschaftliche Engagement zu stärken, sollen die Mittel für Bundesfreiwilligendienst und Jugendfreiwilligendienste dauerhaft bei rund 364 Millionen Euro liegen. Gleichzeitig arbeitet das Ministerium an einem Gesetz für einen neuen Bundesgesellschaftsdienst, der die bestehenden Freiwilligendienste weiterentwickeln soll.

Nach Vorstellung der Ministerin geht es dabei um die Förderung einer Kultur der Verantwortung und Beteiligung. Mehr Menschen sollen motiviert werden, sich aktiv für Gesellschaft, Demokratie und Gemeinwohl einzusetzen.

Bildung, Familie und Demokratie als gemeinsame Zukunftsaufgabe

Zum Abschluss ihrer Rede betonte Prien, dass Investitionen in Bildung, Familienförderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt untrennbar miteinander verbunden seien. Wer in diese Bereiche investiere, investiere unmittelbar in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Der Haushalt 2027 solle deshalb nicht nur aktuelle Herausforderungen bewältigen, sondern langfristig die Grundlagen für bessere Bildungschancen, stabile Familien und eine widerstandsfähige demokratische Gesellschaft schaffen. «


Quelle: Rede von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zum Haushaltsgesetz 2027 vor dem Deutschen Bundestag am 10. September 2026, Bulletin 83-3 / Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung / textuell aufbereitet mit Hilfe von Copilot (KI)

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